Entlastung für kleine und mittlere Unternehmen

 

Das „Zweite Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie“ – kurz „Zweites Bürokratieentlastungsgesetz (BEG II)“ - wurde vom Bundesrat am 12.05.2017 genehmigt.

Hierdurch sollen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bürokratische Hemmnisse beseitigt und Verfahrensabläufe vereinfacht werden.

Im Detail wurden u.a. folgende Erleichterungen beschlossen:

 

Lieferscheine (§ 147 Abs. 3 S. 3 + 4 AO)

Ab sofort endet die Aufbewahrungsfrist für Lieferscheine bereits mit dem Erhalt bzw. dem Versand der Rechnung.

Ausnahme: Die Regelung gilt nicht, wenn Lieferscheine als Buchungsbelege genutzt werden.

 

Aufzeichnungspflichten für sofort abgeschriebene GWG (§ 6 Abs. 2 S. 4 EStG)

In der Zukunft werden Aufzeichnungen in einem gesonderten Verzeichnis für sofort abgeschriebene geringwertige Wirtschaftsgüter nur noch erforderlich, sofern der Wert des Wirtschaftsgutes 250 EUR übersteigt. Die neue Wertgrenze gilt für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2017 angeschafft bzw. hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt werden.

 

Kleinbetragsrechnungen (§ 33 UStDV)

Ebenfalls wurde die längst überfällige Anhebung der umsatzsteuerlichen Grenze für Kleinbetragsrechnungen genehmigt.

Rückwirkend zum 01.01.2017 wurde die Grenze von 150 EUR auf 250 EUR angehoben.

Dies bringt für die Praxis erhebliche Erleichterungen.

 

Fälligkeitsregelung für Sozialversicherungsbeiträge (23 Abs. 1 S. 2 ff. SGB IV)

Für laufende Monate, in denen der tatsächliche Wert der Beiträge zur Sozialver-sicherung noch nicht bekannt ist, können ab sofort die Beiträge anhand des tatsächlichen Vormonats-Wertes angegeben werden.

Mit diesem sog. „Vereinfachten Verfahren“ entfällt künftig die Schätzung der Werte. Es müssen jedoch die zur tatsächlichen Beitragshöhe auftretenden Abweichungen in der Entgeltabrechnung des Folgemonats verrechnet werden.

 

 

Alexander Terpitz

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater,

Leipzig